Warum haben sich die organischen Leuchtdioden (OLED) für Fernseher schon durchgesetzt, sind aber bei Computermonitoren noch kein Thema?

Ein Hauptgrund liegt in der Art und Weise, wie man an Monitoren arbeitet. Bei den meisten eingesetzten Programmen gibt es viele Standbilder. Heißt zum Beispiel: wenn Sie eine Excel-Tabelle oder einen Brief betrachten, gibt es nur wenige Bildwechsel. Dabei würde sich das organische Material extremer verbrauchen und wir erhalten einen Einbrenneffekt, ähnlich wie früher bei den alten Plasmabildschirmen. Aktuell ist das auch die größte Baustelle, an der gearbeitet wird, damit OLED fit für den Monitormarkt wird.

Und was sind die anderen Gründe?

Die nächste Herausforderung ist die Helligkeit. Hier ist es nun einfach so: je heller ein Bild ist, desto schneller altert das Panel. Dazu waren OLED bisher noch im klassischen RGB angeordnet und der blaue Phosphor hat sich dabei am schnellsten "verbraucht". Daraus folgt dann schnell ein unschöner Farbstich ins Gelbe. Dazu sind Computerbildschirme in der Regel viel länger im Betrieb.

Wie viel Nutzungsdauer muss denn ein Computermonitor aushalten und wie viel ein TV?

Bei Monitoren in der professionellen Nutzung sind wir bei ca. acht bis neun Stunden pro Tag. Ein durchschnittliches LCD-Backlight hält 70.000 Stunden, bis die Helligkeit nachlässt. So kommen wir schnell auf eine ordentliche Nutzungsdauer von neun Jahren. Ein TV wird dagegen im Durchschnitt
zwei bis drei Stunden am Tag genutzt.

Wie unterscheidet sich denn grundlegend OLED von LCD?

Ein LCD ist zu allererst nicht selbstleuchtend wie OLED. Wir haben dort eine Hintergrundbeleuchtung, diese steuert die Helligkeit des Bildes. Der Inhalt bzw. das eigentliche Bild wir durch die einzelnen Transistoren angesteuert. Diese bewegen die Flüssigkeitskristalle wie eine vertikale Jalousie und lassen das Licht durch oder sperren es aus. Um das Ganze etwas fassbarer zu machen, kann man es sich wie ein Fenster vorstellen. Das Licht wird durch die einzelnen Lamellen der Jalousie durchgelassen oder ausgesperrt. OLED sind im Gegensatz dazu selbstleuchtend. Sobald eine Spannung anliegt, leuchtet das einzelne Pixel für sich und die Vielzahl der einzelnen Pixel ergeben dann das ganze Bild.

Welche Technologie lässt sich für welchen Zweck besonders einsetzen?

LCD wird hauptsächlich im Arbeitsumfeld eingesetzt, hier braucht man keine extremen Helligkeiten. Diese würden bei langen Bildschirmsitzungen auch nur die Augen ermüden. Dazu sind Monitore auch gut entspiegelt und lassen sich so angenehm betrachten. Die LCD, die wir einsetzen, bieten dazu auch mit AH-IPS und Nano IPS extrem große Blickwinkel. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei der Bildschirmarbeit. Vor allem auf unseren großen UltraWide™ Geräten, die bei so einem extremen Breitformat im Zusammenhang mit dem Sichtabstand so hohe Blickwinkel einfach erfordern.

OLED sind ideal für Bewegtbilder, dafür spricht die kurze Reaktionszeit.
Dazu sind die knalligen Farben und das tiefe Schwarz perfekt für Fernseher.
Die hohe Helligkeit ist ideal für den weiten Abstand im Wohnzimmer – auch
im Zusammenhang mit anderen Lichtquellen und Gegenlicht.

Gutes Stichwort:
Nano IPS Technologie – was hat es denn damit auf sich?

Bei Nano IPS wird die LED der Hintergrundbeleuchtung mit bestimmten Nano-Phosphoren dotiert. So werden bestimmte Wellenlängen des weißen Lichtspektrums herausgefiltert. Das Ergebnis sind klarere und intensivere Farben sowie höhere Kontraste für ein noch präziseres und lebendigeres Bild.
So ist es uns auch möglich den DCI-P3-Farbraum nahezu komplett abzudecken.

Warum wünschen sich dann Gamer so dringend OLED?

Gamer haben hier natürlich andere Ansprüche als andere Monitor-Benutzer, schnelle Reaktionszeiten zum Beispiel. Hier sind LCD im Vergleich zu OLED etwas träge. Man schafft in der Regel 5 ms bzw. auch mal 1 ms je nach Panel-Typ. Bei OLED sind dann schon Reaktionszeiten von 0,1 ms möglich und darauf warten Gamer einfach. Allerdings haben OLED spiegelnde Oberflächen, da sie ja wasserdicht versiegelt sein müssen. Das will der Gamer nun nicht gerade, hier ist eine Mattierung zwingend erforderlich.

Aktuell wird in den Medien bei TVs sehr viel über QLED als neue Displaytechnologie geredet. Was hat es denn damit auf sich?

LCD leuchten ja nicht selbst, sondern benötigen eine Hintergrundbeleuchtung. Früher hat man CCFL-Leuchtmittel verwendet, die viel Energie verbraucht haben. Später hat sich LED als Hintergrundbeleuchtung durchgesetzt. LED verbraucht viel weniger Energie und lässt eine geringere Bautiefe zu. Man ist so viel flexibler beim Monitor-Design. QLED klingt nun so ähnlich wie OLED, ist technologisch aber auch einfach ein LCD-Display. Ähnlich wie bei Nano IPS wird die Farbwiedergabe mit Aufbringung von Quantum-Dot-Folien oder Nano-Partikeln auf die Hintergrundbeleuchtung optimiert. Will man bei einem TV aber „echte" Farben haben, dann kommt man an OLED nicht vorbei. Schwärzestes Schwarz und hohe Kontraste mit größtmöglichen Blickwinkeln und kurzen Reaktionszeiten – das ist es, was der TV-Konsument wirklich will. LG Display ist hier wirklich ein Pionier dieser Technologie, mit langjähriger Erfahrung und mittlerweile sogar in der neunten Technologie-Generation.

Und wann sehen wir dann den ersten LG Monitor mit OLED?

Das lässt sich relativ einfach sagen: sobald die Technik dafür so weit ist.
Wir sind ja immer sehr innovativ und sobald die OLED-Technik in der Monitor- Umgebung so viel leistet wie LCD und es auch Sinn macht, werden wir OLED Monitore von LG sehen. Ob dass 2019, 2020 oder 2022 wird kann ich nicht sagen. Aber gehen Sie davon aus: unsere Entwicklungsabteilung arbeitet sicherlich immer in alle Richtungen. Fest steht – es bleibt spannend!

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